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Girl in Black (Rezension)

Inhalt

Nachdem Lias Mutter gestorben ist, soll sie Daniele Musetti heiraten. Zumindest plant das ihr Stiefvater Enzo, der den Mafia-Clan Musetti anführt. Da Lia wie ihre Mutter auch in die Seelen der Menschen sehen und ihre Emotionen manipulieren kann, ist sie eine mächtige Waffe für die Mafia. Aber sie ist nicht wie ihre Mutter. Ihr gelingt die Flucht und es beginnt eine Jagd, in der es schon bald nicht mehr nur um Lia geht. Doch wie viele Leben kann sie für ihre Freiheit riskieren?

Kritik

Obwohl ich eigentlich keine Thriller mag, liebe ich dieses Buch. Zwar stören manchmal die Perspektivwechsel zwischen Lia und Nevio, einem Jungen, dem sie auf ihrer Flucht begegnet und der ihr näher kommt, trotzdem will man unbedingt wissen, wie es weitergeht. Denn die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und wenn es mal etwas ruhiger wird, überschlagen sich kurz darauf wieder die Ereignisse.
Lia ist ein sehr interessanter Charakter. Sie droht bereits in die Abgestumpftheit abzurutschen, die eine Mafiafamilie mit sich bringt, aber sie kämpft stets dagegen an, auch wenn es zeitweise schier aussichtslos scheint. Denn man kann seine Vergangenheit nicht abschütteln. Trotzdem ist sie so liebenswert und gleichzeitig völlig ahnungslos, was ihre Zukunft bringt. Zwar hat sie einen klaren Traum, aber durch die Mafia weiß sie nicht mal, ob sie noch ein Jahr überlebt. Es ähnelt den Situationen, in denen sich andere 19 Jährige befinden. Nur dass es bei ihnen eigentlich nicht um Leben und Tod geht.
Nevio ist da ziemlich anders. Er scheint recht simpel gestrickt, auch wenn er sich ebenfalls seinen Eltern widersetzt hat. Wobei es eben nur um das Studienfach geht. Er ist recht naiv und schenkt jemandem sein Herz, der es eigentlich nicht verdient. Vor allem aber nicht nach allem, was die beiden zusammen erlebt haben. Daher kommen beim Leser nicht die Gefühle auf, wie es zum Beispiel bei Bella und Edward ("Twilight"), Four und Tris ("Die Bestimmung") oder Jace und Clary ("Chroniken der Unterwelt") der Fall ist. Dadurch konzentriert man sich aber stärker auf die Handlung, die in diesem Roman einfach stärker ist.
Dann gibt es da noch Mavie, ein reiches Model, und Pierre, ebenfalls Model, die zentrale Rollen spielen. Beide sind recht naiv, wohl um die Verdorbenheit Lias durch die Mafia zu verdeutlichen. Ansonsten wirkt es recht unglaubwürdig, wie sie sich Lia gegenüber verhalten. Zumindest anfangs. Was die Autorin den beiden im Laufe der Geschichte antut, ist echt nicht fair, da sie es einfach nicht verdient haben. Und das mit Pierre vergesse ich nicht so schnell!
Gegen Ende hin schwächelt die Story ein wenig. Die Ereignisse überschlagen sich und es kommt zu einer überraschenden Wende, die den Leser erstaunt zurücklässt. Vor allem aber bleibt man recht ratlos, da es einen Moment dauert, bis man wieder mitkommt. Aber es muss nicht real oder glaubhaft erscheinen, da es eben auch ein Fantasyroman ist oder zumindest Fantasyelemente enthält. Vor allem aber finde ich es schön, dass die Autorin die Geschichte von Lias Mutter in eine Art Märchen gepackt hat. Immer wieder werden einige Informationen eingestreut und es ist eine nette Abwechslung. Vor allem aber ist es cool, wie geschickt das gelöst wurde. Allein deswegen sollte man "Girl in Black" lesen.

Fazit

Ein absolut gelungener Fantasy-Thriller! Auch gut geeignet für alle, die eigentlich keine Thriller mögen ;)




Autorin: Mara Lang
Seiten: 400
Verlag: Ueberreuter Verlag

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